Hamburger Gitarrenforum

Michael Bentzien

Clemens Völker

Christian Schulz

Prof. Klaus Hempel

Jochen Buschmann

Frank Naruga

Santy Masciaro

Das Hamburger Gitarrenforum

- gewählte Mitglieder

Bei unserem Gründungstreffen am 13.Januar 2002 wurde von den Anwesenden ein siebenköpfiger Fachausschuss gewählt. Nach der ersten Sitzung des Fachausschusses und der Bestätigung durch den Landesmusikrat Hamburg möchten wir uns vorstellen:

Michael Bentzien, Clemens Völker, Christian Schulz, Prof. Klaus Hempel, Jochen Buschmann, Frank Naruga, Santy Masciaro

Das Hamburger Gitarrenforum

- Plattform der Hamburger Gitarrenszene

Unsere vorrangige Aufgabe sehen wir darin, die bereits vorhandenen gitarristischen Aktivitäten möglichst umfassend zusammenzutragen und bekannt zu machen. Dabei sind wir auf Ihre Informationen und Terminweitergaben angewiesen. Darüber hinaus wollen wir aber auch neue Impulse setzen und Begegnung und Kommunikation unter den Gitarristinnen & Gitarristen fördern.

Interview:

Kirstin Stehnke vom 26.5.2004 (Gitarre aktuell II/2004)

Michael Bentzien spielt seit langem mit Dirk Martin im "Hamburger Gitarrenduo", das gerade sein neues Programm mit zeitgenössischer Musik aus den neuen EU - Ländern vorgestellt hat, er arbeitet außerdem als Gitarrenlehrer an der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg sowie am Hamburger Konservatorium.

Winfried Stegmann, der künstlerisch im Duo Stoiber/Stegmann mit Flöte und Gitarre, aber auch solistisch tätig ist. Er ist darüber hinaus Lehrer und Fachkoordinator für Gitarre an der Staatlichen Jugendmusikschule Hamburg, sowie Dozent für Methodik am Hamburger Konservatorium und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Aus welcher Idee heraus ist das Hamburger Gitarrenforum entstanden?

Winfried Stegmann: Mir war es seit vielen Jahren ein Anliegen, das breite gitarristische Umfeld in Hamburg von der Basis bis zum professionellen Bereich in den verschiedenen stilistischen Ausprägungen enger zusammenzubringen. Es gibt hier einen reichen Schatz an gitarristischer Erfahrung, an gitarristischem Können, an Interesse und Liebhaberei. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Förderung des gitarristischen Nachwuchses, die auch in unserer Satzung verankert ist.

Michael Bentzien: Es ist vor allem für die jüngeren, nicht professionellen Gitarristen ganz wichtig, dass es Möglichkeiten gibt, mitzumachen, Konzerte zu besuchen, an Wettbewerben teilzunehmen. Ich denke, dass die Gitarre durch ihre große Bandbreite eine Chance hat, sich gegenüber anderen Instrumenten zu profilieren und abzusetzen, und dass wir durch den Austausch, den das HGF initiiert, voneinander profitieren können. Wir wollen mehr Leute erreichen und auch nach außen zeigen, was alles an Gitarre Spaß macht. Das ist für die Zukunft des Instruments wichtig.

Geht es dem HGF ausschließlich um die Klassische Gitarre?

W.S.: Meine Vorstellung und die ursprüngliche Vorstellung des HGF ist eine stilistisch weitergefasste Idee. Es hat sich schon ein Schwerpunkt im Bereich der akustischen Konzertgitarre gebildet, wir hatten klassische Musik, aber auch andere Stile wie Flamenco oder Jazz. Aber das HGF ist offen dafür, andere Bereiche - E-Gitarre, Jazz, Rock - verstärkt mit aufzunehmen.

M.B.: Wir haben zur Zeit im Fachausschuss mit Reinhard Trautmann einen Vertreter, der aus der E-Gitarrenecke kommt. Ich möchte an dieser Stelle an alle appellieren, die Lust haben, die Idee des HGF zu unterstützen und aus dem nicht-klassischen Bereich kommen, sich zu melden und z. B. Vorschläge für Veranstaltungen zu machen.

Welche Projekte habt ihr bis jetzt in die Tat umgesetzt, welche Veranstaltungen haben stattgefunden?

W.S.: Kernpunkt ist das wandernde Gitarrencafé. Es besteht aus drei Teilen, aus einem konzertanten Teil, einem Workshop oder Vortragsteil, und aus einer Mitmachaktion, bei der alle, die ihre Gitarre mitbringen, sich beteiligen können. Das ganze findet in einem geselligen, gemütlichen Rahmen statt, mit einer Kleinigkeit zum Essen und Trinken, so dass die uns wichtige Möglichkeit besteht, ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Diese Veranstaltung wandert durch verschiedene Institute, wir haben keinen festen Veranstaltungsort, sondern gehen bewusst in die Räume, die kulturell oder auch gitarristisch interessant sind. Dazu gehören Hochschule, Konservatorium, aber auch Stadtteilinitiativen wie der Kulturhof Dulsberg, oder private Musikschulen. Auch hier sind wir offen für Anregungen, Kooperationen oder Einladungen.

M.B.: Wir versuchen durch die Unterschiedlichkeit der Programmpunkte verschiedene Zuhörerkreise anzusprechen. Zuletzt hatten wir z. B. im Kulturhaus Eppendorf ein Kindergitarrenensemble für Einsteiger, die gar keine Vorerfahrungen benötigten, in derselben Veranstaltung aber auch "Jugend musiziert"-Preisträger und die sehr anspruchsvolle Uraufführung einer Kammermusikkomposition von Christian Kunze - also Angebote, die ein Über-die-Grenzen-Gehen provozieren.

Wie war die bisherige Resonanz auf Eure Veranstaltungen?

M.B.: Die Resonanz ist recht gut, wir hatten im Schnitt um die 60 Zuhörer. Zudem haben sich durch die Vorbereitungen und die Veranstaltungen selbst viele neue Kontakte ergeben. Grenzen zwischen Institutionen, oder solche stilistischer Art, spielten keine Rolle. Es hat Diskussionen im Forum gegeben, an denen viele Gitarristen beteiligt waren. Dies zeigt, dass wirklich ein Bedürfnis der Hamburger Gitarristen da ist, sich auszutauschen.

W.S.: Insofern wäre es ein Anliegen auch z.B. über diesen Artikel, Gitarristen in Hamburg anzusprechen, die Ideen haben, die gerne einen Beitrag liefern würden und sich engagieren möchten.

Wie sieht es mit der Finanzierung z.B. von Konzerten aus?

W.S.: Im Moment läuft die ganze Arbeit ehrenamtlich ab, wir verstehen uns noch in der Aufbauphase. Wir sind im Landesmusikrat organisiert, bekommen aber keine finanziellen Zuwendungen. Wir bekommen allerdings, wofür wir sehr dankbar sind, Unterstützung in Form von Sachmitteln. Unser Ziel ist, Veranstaltungen mit einem kleinen Eintritt machen zu können, so dass es möglich ist, Gagen zu zahlen.

Wir sind sehr dankbar dafür, dass uns bisher eine ganze Reihe wirklich hochkarätiger Gitarristen mit ihrem Auftritt unterstützt haben: Der Flamencogitarrist Tom Hickstein mit seiner Frau Elva und Andreas Junge, der Jazzgitarrist Massoud Godemann mit Gerd Bauder, Satoshi Oba und Ulf Mummert mit neuer Musik, Joachim Held mit einem Vortrag über die Laute, Kristian Sievers mit seinem E-Gitarrenensemble Guitime, die Dozenten des Hamburger Konservatoriums mit einem Konzert, die Professoren der Musikhochschule.

Was ist das nächste Projekt des HGF?

W.S..: Das nächste größere Projekt wird am Sonntag. dem 7. November 2004 in Zusammenarbeit mit der Hochschule stattfinden. An diesem Tag wird ein Familienkonzert der Klassischen Gitarre stattfinden, und damit verbunden ein Gitarrenensembletreffen, wo wir besonders das Zusammenspiel unterstützen wollen, und ein Zusammentreffen und Austausch möglichst vieler Hamburger Gitarrenensembles erreichen möchten.

Wie sehen Eure längerfristigen Visionen für das Hamburger Gitarrenforum aus?

M.B.: Ich wünsche mir für das Forum, dass noch mehr Publikum den Weg in die Veranstaltungen findet, und dass wir z.B. über die Website Aktivitäten und Vorschläge bündeln können, so dass auch ein Austausch unabhängig von den Veranstaltungen stattfindet.

Für eine aktive Gitarrenszene in Hamburg ist das langfristige kreative Zusammenwirken verschiedener Kräfte nötig. Als wichtigen Impuls in diese Richtung sehe ich z.B. das Gitarrenfestival im Herbst dieses Jahres, das von Christian Moritz veranstaltet wird, oder auch Veranstaltungen wie die Gitarrenwettspiele an der Jugendmusikschule.

W.S.: Das HGF will keine Konkurrenz bilden zu Veranstaltern oder engagierten Gitarristen, das wäre das Gegenteil von dem, was wir uns wünschen. Wir möchten helfen, die Ideen in die Welt zu tragen, die schon bestehen, und möchten schauen, wo wir Ergänzungsmöglichkeiten sehen, wo Bereiche mit zu wenigen Angeboten sind.

Ich sehe die Chance, dass über das wandernde Gitarrencafe vielleicht irgendwann ein regelmäßiger Treffpunkt entsteht, ein Kommunikationsort zum fachlichen Austausch.

M.B.: Schön wäre es natürlich, wenn man auch die Nichtgitarristen erreicht, wenn man ein fachfremdes Publikum über ein künstlerisches Erlebnis, bei dem die Gitarre sich in all ihren expressiven Möglichkeiten zeigt, begeistern kann.

W.S.: Ich erlebe selber immer wieder bei Veranstaltungen die ich gestalte oder als Zuhörer besuche, dass die Gitarre etwas ganz besonderes in den Menschen anrührt. Das Wunderbare an der Gitarre ist, dass sie mit ihrem Klang, auch über stilistische Grenzen hinweg, ganz besondere Emotionen weckt und ein breitgefächertes Publikum erreichen kann: unterschiedliche Generationen und gesellschaftliche Schichten, die eine gemeinsame Liebe zu dem Instrument und seiner Besonderheit verbindet. Ein Grundanliegen hinter allem, was wir organisieren und zu vernetzen versuchen ist, diese Liebe zum Instrument weiterzugeben.

Unsere Geschäftsordnung,